Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Friedrich Hölderlin „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“ (1796-1798) Ausgewählte Gedichte

Dozent Dr. Wolfgang Kehn
Zeit und Ort Mi 10.15 –11.45 Uhr;
Bürgerhaus Kronshagen
Beginn 11. April 2018
Termine und Räume 11.04. Klöndeel
18.04. Klöndeel
25.04. Clubraum
02.05. Klöndeel
09.05. Clubraum
16.05. Clubraum
23.05. Clubraum
30.05. Klöndeel
06.06. Saal B
13.06. Klöndeel
20.06. Klöndeel
27.06. Klöndeel
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 25
Veranstaltungsentgelt 40,- EUR

Inhalt:
Hölderlin gehört neben Heinrich von Kleist und Georg Büchner zu denjenigen Dichtern der sog. „Goethezeit“, die in ihrer Bedeutung erst im 20. Jahrhundert gewürdigt worden sind. Diese verspätete Rezeption beruhte einerseits auf dem Umstand, dass sie sich einer Zuordnung zu den Epochen der Klassik oder Romantik in wesentlichen Hinsichten entziehen und aufgrund ihrer Sonderrolle eine vermeintliche, überzeitliche Aktualität angesichts der geistig-politischen Krisen des 20.Jahrhunderts zu ermöglichen schienen. Andererseits erwies sich diese vermeintliche Nähe als Irrtum, da das Werk dieser Außenseiter ohne jenes geistige Umfeld ihrer eigenen Zeit nicht möglich und nicht verstehbar wäre.
Im Seminar wird vornehmlich über Hölderlins Roman eine Annäherung an die für ihn wie für die Klassik zentrale Idealisierung des antiken Griechenlands unternommen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Phänomen des Mythos – in der Form des Rückgriffs auf die griechische Mythologie – zugewandt, das sowohl für Hölderlin als auch die gesamte Dichtung der klassisch-romantischen Zeit zentral ist. Auch in der Verbindung dieses Rückgriffs auf die Antike mit einem intensiven politischen Engagement (in Form der Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution) stimmt Hölderlin insbesondere mit Schiller überein. Gerade anhand dieser Übereinstimmung im Thematischen wird sichtbar werden, inwiefern bei Hölderlin der Rückbezug auf die Antike und ihre Mythen wesentlich Anderes bedeutet. Von daher wird verständlich werden, warum dem Dichter die Anerkennung der „Klassiker“, besonders die seines hochverehrten Landsmannes Schiller, aber auch die Anerkennung des Publikums seiner Zeit versagt blieb.
Wie immer, wird auch diese Veranstaltung nicht als Vorlesung, sondern in Seminarform angeboten, m. a. W. die Ergebnisse werden überwiegend gemeinsam, in Form des Unterrichtsgesprächs erarbeitet. Dabei wird die Kenntnis der Biographie Hölderlins (z.B. anhand des Hölderlin Handbuchs: s. u.) sowie die Kenntnis des Romaninhalts als bekannt vorausgesetzt.
Da aufgrund der Arbeitsweise die Gruppengröße begrenzt ist, muss die Teilnehmerzahl auf 25 eingeschränkt werden.

Texte:
Empfohlen wird die Benutzung der folgenden Reclam-TB-Ausgaben (RUB):
Hyperion oder der Eremit in Griechenland RUB 559:
dazu: Michael Kaupp: Erläuterungen und Dokumente (RUB 16008)- Sämtliche Gedichte. Text u. Kommentar, hrsg. v. Jochen Schmidt. Dt. Klassiker Verlag TB 4, Frankf./M. 2005, 3. Aufl. 2014.

Literatur:
Joachim Kreuzer (Hrsg.): Hölderlin – Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttg./Weimar (Metzler-V.) 2002/2011. ISBN 978-3-476-02402-2