Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Geschichte der Medizin: Europäische Medizin im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert

Dozent

Prof. Dr. Jörn Henning Wolf

Zeit und Ort

Mo 14.30 -16.00; Pharmakologisches Institut - Bibliothek, Hospitalstr. 4

Beginn

27. Oktober 2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

30

Veranstaltungsentgelt

35.- EUR

 

Inhalt:

Die Physiologie und die Krankheitslehre sind im genannten Zeitalter gekennzeichnet durch das Vorherrschen dynamistischer, teils – wie zu Beginn des 18. Jahrhunderts – spekulativ durchsetzter Konzepte. Sie gipfeln im System des Vitalismus französischer Provenienz und seinen verschiedenen Ausprägungen, im deutschen Sprachraum von der romantischen Naturphilosophie und dem Gedanken der Lebenskraft bestimmt. Zahlreiche spezielle Strömungen kennzeichnen das Zeitalter wie z.B. der tierische Magnetismus, der Galvanismus oder die Homöopathie. Einen Wendepunkt bedeutete die Tendenz, immaterielle Prinzipien wie die Lebenskraft mit natürlichen biologischen Phänomenen zu identifizieren, empirische Standpunkte im Sinne der „Erfahrungsheillehre“ zur Geltung zu bringen und damit die Medizin auf eine völlig neue, naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dieser Reformansatz Virchows wirkt bis in die heutige moderne Medizin fort wie zahlreiche technische Errungenschaften in der praktischen Heilkunde, besonders auf dem Gebiet der klinischen Diagnostik, wie z. B. die Auskultation oder Endoskopie.