Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Oratorien und Messevertonungen

Dozenten

Dr. Klaus Volker Mader

Zeit und Ort

Mi 16.15 – 17.45; Olshausenstr. 75, Hörsaal H 2

Beginn

29. Oktober 2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

80

Veranstaltungsentgelt

35,- EUR

 

Inhalt:

Parallel zur Oper entwickelte sich mit dem Oratorium eine weitere spannende musikalische Gattung. Diese Form, dramatische Inhalte ohne inszenierten szenischen Ablauf nur mit Hilfe von Musik und Text darzustellen, erreichte bereits in der Barockzeit einen ersten Höhepunkt. Mit Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann waren gleich drei Komponisten mit deutschen Wurzeln maßgeblich daran beteiligt. Bachs Weihnachtsoratorium und Händels Messias gehören auch heute noch zu den weltweit am meisten aufgeführten Werken.

Von den klassischen Kompositionen erfreuen sich vor allem die Meisterwerke Joseph Haydns, „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“, größter Beliebtheit. An der Schwelle zur Romantik führte Franz Schubert die Gattung einem neuen Höhepunkt entgegen, der schließlich unter anderem in den großen Oratorien von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt und Max Bruch erreicht wurde.

Der Begriff Oratorium leitet sich vom italienischen „oratorio“ beziehungsweise vom lateinischen „oratorium“ ab, das ursprünglich einen Gebetssaal bezeichnete. Demzufolge waren die Inhalte zunächst rein kirchlich. Da in der Fastenzeit früher in der Regel keine Opern gegeben wurden, fand das Oratorium in dieser Zeit starkes öffentliches Interesse. Nach und nach kamen dann aber auch Vertonungen weltlicher Stoffe hinzu.

Die eigentlich ausschließlich zur Aufführung im Gottesdienst bestimmte musikalische Umsetzung der Messtexte wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer umfangreicher. Dazu kam vor allem in Italien eine Tonsprache, die der dramatischen Oper durchaus verwandt ist. Das führte schließlich zu der heute gängigen Praxis, diese Werke in eigenen Kirchenkonzerten aufzuführen.

In der Veranstaltung des Wintersemesters werden ausgewählte Werke beider Genres vom Barock bis zur Romantik vorgestellt und durch Klangbeispiele illustriert. Ein entscheidender Aspekt ist dabei die Betrachtung unterschiedlicher Interpretationsansätze und verschiedener Formen der Aufführungspraxis.