Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Geschichte der ‘Rassenhygiene - Medizinisch-naturwissenschaftlich-philosophische Theorien und das Leben der frühen Theoretiker

Dozent

Prof. Dr. phil. et med. habil. Christian Andree

Zeit und Ort

Di 11.30 – 13.00; Pharmakologisches Institut - Bibliothek, Hospitalstr. 4

Beginn

28. Oktober 2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

30

Veranstaltungsentgelt

35.- EUR

 

Inhalt:

Schon über hundert Jahre vor den Nazis gab es Vertreter des Rasse-Gedankens, die die Probleme der Menschheit dadurch zu lösen suchten, dass sie völkische, rassistische und antisemitische Gedanken entwickelten.

Es ist nicht Absicht meiner Vorlesung, die allbekannten und unbestreitbaren nationalsozialistischen Verbrechen bis in die kleinsten Einzelheiten erneut wieder vorzustellen, vielmehr sollen die Wege aufgezeigt werden, die ins „Dritte Reich“ führten.

Ausgehend von einigen Theorien, die schon in der Französischen Revolution aufschienen, wird das Leben und Denken von Gobineau und seinen Zeitgenossen wie Disraeli, Nietzsche, Wagner, de Lagarde, Scheemann, Langbehn, Chamberlain, Ammon, Woltmann, Stöcker und vielen anderen vorgestellt, aber es wird auch gefragt, wie es möglich war, dass z. B. Theodor Fontane antisemitische Texte schreiben konnte.

Im Wesentlichen handelt es sich also um Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, die dem „Dritten Reich“ in irgendeiner Form den Boden bereiteten bzw. von den Nazis benutzt wurden.

Es wird auch untersucht werden, wie die wenigen mutigen Gegner z. B. antisemitischer Hetze im 19. Jahrhundert (etwa Mommsen und Virchow) vorgingen und was wir aus deren Taten lernen können.