Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Epochengrenzen, Zeitabschnitte und Zäsuren in der Neuzeit.

Dozent

Prof. Dr. phil. Manfred Hanisch

Zeit und Ort

Di 10.15 – 11.45; Olshausenstr. 75, Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal ( ehemals Hörsaal 3)

Beginn

28. Oktober 2014

Unterrichtsstunden

2 Semesterwochenstunden

Plätze für das Kontaktstudium

80

Veranstaltungsentgelt

30,- EUR

 

Teilnahmemöglichkeit für Hörerinnen und Hörer mit Ausweis des Kontaktstudiums an einer Vorlesung aus dem Vorlesungsverzeichnis der CAU, die sich in erster Linie an die Fachstudierenden richtet.

 

Inhalt:

Warum machen wir um 1500 eine Zäsur zwischen Mittelalter und Neuzeit? Was ist so grundlegend anders geworden, dass man eine neue Epoche - eben die Neuzeit - genau da beginnen lässt? Oder war die Zäsur um 1800 nicht viel bedeutsamer, so dass das Mittelalter erst mit Französischer Revolution und Industrieller Revolution aufhört? Dies wird übrigens in der Literatur auch vertreten. Das sind nur einzelne Fragen, mit denen sich die Vorlesung auch beschäftigen wird.

Es geht um alle Zeitabschnitte, mit denen wir die Geschichte unterteilen, all die großen, aber auch viele kleine Untergliederungen wie Frühe Neuzeit, Späte Neuzeit und auch um Zäsuren wie 1848, 1. Weltkrieg, 1945, 1989 und der 11. September: Warum machen wir Zäsuren gerade da? Auch der Beginn unserer Zeitrechnung mit Christi Geburt hat bekanntlich seine Gründe. Es geht also um grundlegende historische Überlegungen zu Fragen der Periodisierung, d. h. der Untergliederung in Zeitabschnitte. Damit ist die Vorlesung für Anfänger und Fortgeschrittene des Geschichtsstudiums gleichermaßen von Interesse. Dem Anfänger wird sie einen Überblick über wichtige Strukturprinzipien der Geschichte geben, dem Fortgeschrittenen Impulse für viele Reflexionen, warum welche Prinzipien wichtig sind oder als wichtig erachtet werden können. Denn so eindeutig und wissenschaftlich unwidersprochen sind Epochengrenzen, Zeitabschnitte und Zäsuren nicht, und schon gar nicht, was in der Geschichte wichtig ist. Weltanschauliche Grundhaltungen und politische Wertsetzungen spielen immer hinein bei der Frage, warum setzt man genau da und nicht woanders eine Zäsur an. Warum erachtet man Vorgänge auf politischem und kulturellem, technischem und mentalem Gebiet, als so wesentlich, dass man einen neuen Zeitabschnitt oder ein neues Zeitalter beginnen lassen will.

Nur als Einstieg in diese Problematik: Unsere Epochengrenzen und ihre sind natürlich nur unsere: Immer nur ein europäisch-abendländisches Konstrukt (?).