Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Workshop Film: Der junge deutsche Film

Dozent

Dr. Gottlieb Florschütz

Zeit und Ort

Fr 14.00 – 16.00; Olshausenstr. 75, Gebäude S 2, Raum 24

Beginn

31. Oktober.2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

24

Veranstaltungsentgelt

35,- EUR

 

Inhalt:

Im Oberhausener Manifest wurde provokativ konstatiert: "Papas Kino ist tot!" 26 deutsche Filmemacher, u. a. Alexander Kluge, machten sich auf, das deutsche Kino im sog. "jungen deutschen Film" künstlerisch zu revolutionieren. Prominente Autorenfilmer wie Bernhard Wicki, Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Hark Bohm, Wim Wenders, Alexander Kluge, Rudolf Thomé, Michael Verhoeven, Magarete von Trotta u. a. verfolgten mit ihren künstlerisch anspruchsvollen Filmen politische Intentionen.

Mit aufsehenerregenden Filmen wie "Die Brücke" (Wicki), "Angst essen Seele auf" (Fassbinder), "Die bleierne Zeit" (Trotta), "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (Schlöndorff), "Nordsee ist Mordsee" (Hark Bohm) wollten sie die deutsche Gesellschaft aufrütteln und verändern. Die Bundesrepublik Deutschland stand in den Siebziger Jahren vor großen politischen Herausforderungen und grundlegenden kulturellen und moralischen Umwälzungen. In solchen Filmen wird der Zeitgeist der Siebziger Jahre eingefangen und filmisch reflektiert. Der junge deutsche Film brach zu neuen Ufern auf, sowohl inhaltlich als auch stilistisch wurden neue, provozierende Formate gefunden, die für spätere Autorenfilmer wie Andreas Dreeßen ("Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon", "Wolke 9"), Wim Wenders und Doris Dörrie bis in die späten 90er Jahre hinein stilbildend wurden. Die provokativen Themen und Stile des jungen deutschen Films stießen zunächst auf massiven Widerstand in reaktionären Kreisen der deutschen Kulturszene. Einige Filme wurden sogar wegen "Jugendverderblichkeit" zensiert, konnten aber dennoch einige Jahre später in den Kinos aufgeführt werden. Filme wie "Angst essen Seele auf" (Fassbinder) und "Die weiße Rose" (Michael Verhoeven) und "Hannah Arendt" (Margarete von Trotta) sind zeitlose Dokumente mit dezidiert politischen Botschaften, die den Zuschauer immer wieder an Humanität und Menschenrechte gemahnen. Wir werden im Filmworkshop die wichtigsten Filme des jungen deutschen Films sichten und analysieren.

 

Filmauswahl:

Die Brücke (Bernhard Wicki)

Angst essen Seele auf (Rainer Werner Fassbinder)

Die bleierne Zeit (Margarete von Trotta)

Die verlorene Ehre der Katharina Blum (Volker Schlöndorff)

Nordsee ist Mordsee (Hark Bohm)

Rote Sonne (Rudolf Thomé)

Deutschland im Herbst (u.a. Fassbinder, Schlöndorff)

Die weiße Rose (Michael Verhoeven)

Hannah Arendt (Margarete von Trotta)

Halbe Treppe (Andreas Dreeßen)

Wolke 9 (Andreas Dreeßen)

Paris, Texas (Wim Wenders)

Engel über Berlin (Wim Wenders)

Aguirre - der Zorn Gottes (Werner Herzog)

Bin ich schön? (Doris Dörrie)

Lebenszeichen (Wim Wenders 1967)

Brandstifter (Wim Wender 1969)

Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit (Alexander Kluge)

In Krieg und großer Not bringt der Mittelweg den Tod (Alexander Kluge)