Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Geschichte Syriens ca. 500 bis ca. 1100

Dozent

Prof. Dr. phil. Thomas Riis

Zeit und Ort

Mi 14.15 – 15.45; Olshausenstr. 75, Gebäude S 2, Raum 166

Beginn

29. Oktober 2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

30

Veranstaltungsentgelt

35.- EUR

 

Inhalt:

Unter Syrien im geographischen Sinne versteht man das Land zwischen der Mittelmeerküste und der Wüste und zwischen Kleinasien und Ägypten, eine Region, die den heutigen Staaten Syrien, Libanon und Israel/Palästina entspricht. Sie gehörte in der Spätantike zum östlichen Teil des Römerreiches und wurde später ein Teil des Byzantinischen Reiches. Lange Kämpfe gegen das Sassanidenreich in Persien schwächten Syrien so, dass die Region schnell der arabischen Expansion in den 630er Jahren zum Opfer fiel. Die Eroberer konnten eine zentralisierte Verwaltung und eine raffinierte byzantinische Kultur übernehmen, die auch während der ersten beiden Generationen nach der Eroberung dominierte. Damaskus wurde das Zentrum des Kalifats der Umayyaden, das bis nach Spanien reichte. Bis 750 verblieb Syrien das Kernland des Kalifates, dessen Zentrum danach nach Iraq verlegt wurde. Im 10. Jahrhundert wurden Teile von Syrien wieder byzantinisch und verblieben es bis zum späten 11. Jahrhundert, während das Kalifat sich in kleinere Herrschaftsgebiete auflöste.

Die Vorlesung wird nicht nur auf den schriftlichen Quellen, sondern auch auf den archäologischen Überresten basieren und sich eingehend der Problematik der spätantiken „toten Städte“ Nordsyriens widmen (wann wurden sie verlassen und warum?). Bis jetzt hat keiner eine befriedigende Antwort gefunden.

Literatur zur Einführung: G. Ostrogorsky: Geschichte des Byzantinischen Staates, München 1965; Claude Cahen: Vom Ursprung bis zu den  Anfängen  des Osmanenreiches (Fischer Weltgeschichte XIV), Frankfurt am Main 2003.