Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Kleinere Erzählformen der Vormoderne

Dozent Dr. Christian Seebald
Zeit und Ort Do 14.15 -15.45 Uhr, Olshausenstr. 75, HS2
Beginn 31. Oktober 2013
Unterrichtsstunden 2 Semesterwochenstunden
Teilnehmerzahl max. 5
Veranstaltungsentgelt 30.- EUR

 

Teilnahmemöglichkeit für Hörerinnen und Hörer mit Ausweis des Kontaktstudiums an einer Veranstaltung aus dem Vorlesungsverzeichnis der CAU.

Inhalt:

Die Vorlesung führt ein in das vielgestaltige Feld der vormodernen deutschsprachigen Kurznarrativik. Das Spektrum ausgewählter Erzähltypen reicht dabei von der Fabel, die typischerweise durch nicht-menschliche Akteure bestimmt ist und insbesondere über die Rezeption der lateinischen Sammlungen für die deutsche Literatur wirksam wird, über das verwandte Bispel bzw. Exemplum, bei dem zwischen besonderem Erzähltypus und allgemeinerem Funktionstypus differenziert werden muss, bis hin zum Maere, das Hanns Fischer phänomenologisch und in Abgrenzung von der neuzeitlichen Novelle als Erzählform sui generis bestimmt hat. Von diesen drei Erzähltypen, die sowohl erzähltechnisch als auch funktional diverse Überschneidungen aufweisen, unterscheiden sich schließlich die Legende und ihr nahestehende hagiographische Kleinformen wie das Mirakel aufgrund ihres dezidiert geistlichen Sujets und Gebrauchszusammenhangs. Zu den übergreifenden Überlegungen zu gattungstypologischen Voraussetzungen, narrativen Möglichkeiten und Funktionszusammenhängen der vorgestellten Erzählformen und Genres treten Beispiele je spezifischer historischer Realisierungen.

Literatur:

Zur Einführung empfehlen sich die einschlägigen Artikel im Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft (hg. von Klaus Weimar u.a.): Erzählung, Exemplum, Fabel, Legende, Maere, Mirakel, Novelle, Schwank.
Weiterhin: Kleinere literarische Formen in Einzeldarstellungen, Stuttgart 2002 (RUB 18187).