Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Igor Strawinsky und die russische Musik

Dozenten Prof. Dr. Karl-Heinz Reinfandt
Zeit und Ort Fr. 10.15 – 11.45; Olshausenstr.75, Gebäude S2,Raum 26
Beginn 01. November 2013
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 30
Veranstaltungsentgelt 35,- EUR

 

Inhalt:

Als Strawinskys Le sacre du printemps („Frühlingsopfer“) 1913 in Graz aufgeführt wurde, löste das einen Skandal aus. Für die einen war das der Untergang der abendländischen Kultur, andere wiederum genossen das als ein  sensationelles Spektakel. Strawinsky hat mit diesem Werk eine neue Musik eingeleitet, die sich von romantischen Vorstellungen und von gefühlsästhetischen Erwartungen radikal abgewandt hat. Er hat sich dabei als musikalischer Erfinder verstanden, nicht mehr als Komponist, der höheren Eingebungen folgt. Dieser Ästhetik sind auch andere moderne Komponisten gefolgt: Schönberg, Bartok, Hindemith. Strawinsky hörte in seiner Jugend, wie Frauen alte russische Volkslieder sangen; und er hat sich mit dem Denken und Schaffen der „Mächtigen Fünf“; Rimsky-Korssakoff, Mussorgski, Borodin, Glinka, Cui, auseinandergesetzt. Aus diesen Quellen ist auch sein eigenes Schaffen gespeist. Für den Dirigenten Ernest Ansermet war Strawinskys Werk die eigentliche neue Musik. Schönbergs atonale Werke waren für ihn unnatürlich und dem menschlichen Empfinden unzugänglich. Das wiederum war für Th. W. Adorno unverständlich.