Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Allgemeine Staatslehre

Dozentinnen/ Dozenten

Dr. jur. Johannes Badenhop, Prof. Dr. Nele Matz-Lück

Zeit

Di 8:15 - 9:45

Form

Online Vorlesung

Beginn

03.11.2020

Unterrichtsstunden

2 Std. je Semesterwoche

Teilnehmerzahl

max. 5 Plätze für das Kontaktstudium

Veranstaltungsentgelt

30.- EUR

 

Inhalt

Die Vorlesung dient der Vermittlung der allgemeinen, historischen, sozialen, staatstheoretischen und staatsphilosophischen Zusammenhänge des modernen Staates und seiner Rechts- und Verfassungsordnung. Staaten sind neben Umwälzungen „von innen“, z.B. durch den Wandel der Staats- und Regierungsform, laufend neuen Herausforderungen „von außen“ ausgesetzt, z.B. durch die Globalisierung, durch den Geltungsanspruch der Menschenrechte und Prinzipien guter Regierungsführung. Die Vorlesung führt in die Geschichte der unterschiedlichen Staatstheorien ein und erörtert ihre Wirkung auf die Ausbildung des Verfassungsrechts. Obwohl die Allgemeine Staatslehre den Staat als solchen – d.h. unabhängig von einer konkreten staatlichen Verfassung – in den Blick nimmt, dient das Verfassungsrecht der Bundesrepublik Deutschland als wichtiges Referenzgebiet. Wesentliche Fragen, die die Vorlesung beantworten soll, sind solche nach den Kernmerkmalen eines Staates, der Entstehung und des Untergangs von Staaten, der Unterscheidung zu supranationalen Staatenverbindungen wie der Europäischen Union, der Staatszwecke und der Herausbildung verschiedener Staatsformen sowie der Legitimation und der Bedeutung demokratischer Regierungsformen und der Einhaltung der Menschenrechte. Ferner wird untersucht, welchen Wandel der Begriff und die Inhalte der staatlichen Souveränität durchlaufen haben und welche Bedeutung (National-)Staaten im Zeitalter der Globalisierung (noch) zukommt. Nicht zuletzt angesichts der jüngeren Entwicklungen z.B. in der arabischen Welt und bezüglich der Annektierung der Krim wird besonderes Augenmerk auf die staatstheoretische Erklärung von Revolutionen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker sowie die Relevanz der „Anerkennung“ von Staaten oder Regierungen gelegt. Schließlich ist zu diskutieren, bei wem die Kompetenz zur Verfassungsgebung und Verfassungsänderung liegt und wie man Grenzen für Verfassungsänderungen rechtfertigen kann.