Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Von der Staatskirche zur Volkskirche

Dozent Volker Maly (Dipl. Päd.; Pastor i. R.)
Zeit und Ort Di 14.15 - 15.45 Uhr, Leibnizstr. 4, Raum 017/018
Beginn 23. Oktober 2018
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 25
Veranstaltungsentgelt 35.- EUR

 

Inhalt:
Nach dem Schock des Ersten Weltkriegs versuchen die großen Kirchen, sich im demokratischen Staat neu einzurichten. Die dabei vorgesehene Trennung von Staat und Kirche wird nur in Ansätzen verwirklicht. Das führt sowohl in der Weimarer Zeit wie auch unter den Nationalsozialisten zur Anpassung der Kirchen an die jeweilige Regierungsform, was sich auch in der Nachkriegszeit fortsetzt. Die Kirchen verteidigen in ihrer Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Staat ihren Bestand und ihre Struktur, aber kaum ihre Gläubigen, die in ihrem Kampf gegen nationalsozialistisches Unrecht weitgehend alleingelassen werden. Auch der Versuch, in einer pseudoreligiösen Umwelt christlich zu leben, christliche Werte zu erhalten, Widerstand gegen staatliche Willkür zu leisten, unterdrückte und verfolgte Minderheiten zu unterstützen oder zu retten, wurde von den Kirchen kaum unterstützt. Gläubige Christen setzten ihr eigenes Leben ein, um Menschen mit jüdischem Glauben, Roma und Sinti, Behinderte und politisch Verfolgte zu retten. Im Wintersemester 2018/19 wollen wir die Verstrickungen der Kirchen mit dem Staat und die Auswirkungen auf Kirchen und Gläubige untersuchen.