Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Eiskerne: Zeugen globaler Klimaschwankungen – Forschen bei –20 ºC mit 3000 m Eis unter den Füßen

Dozent Prof. Dr. Pieter Grootes
Zeit und Ort Mi 18.15 -19.45 Uhr;
Olshausenstr. 75, Gebäude S3, Raum 185
Beginn 25. Oktober 2017
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 25
Veranstaltungsentgelt 40,- EUR

Inhalt:
Der globale Klimawandel unter Einfluss der atmosphärischen Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Stickoxiden (NOX) wird politisch heiß diskutiert. Eine Quantifizierung des Klimawandels ist jedoch schwierig, weil wir zur direkten Beobachtung nur das in Ort und Zeit hochvariable Wetter haben, während Klima, zur Entfernung der saisonale und jahr-zu-jahr Variabilität, lokal definiert wird als Mittelwert dieses lokalen Wetters über Zeiträume von mindestens 30 Jahren. Das Klima unterliegt, auch ohne menschlichem Einfluss, einem kontinuierlichen Wandel auf Zeitskalen von Dekaden bis hunderttausenden Jahren, also sind lange Beobachtungsreihen zum Klimaverständnis erforderlich.
Die Grönländische und die Antarktische Eiskappe fungieren als Tiefkühltruhen, in denen Informationen über den Zustand der Atmosphäre, Biosphäre, Kryosphäre und Ozeane, und damit über das Klima, mit hoher Auflösung über hunderttausende von Jahren aufbewahrt wurden. Besonders das eisige Archiv der Atmosphäre mit den darin enthaltenen Treibhausgasen ist für die Klimadiskussionen wichtig. Eiskerne durch diese Eiskappen machen die Informationen für die Forschung verfügbar. Ich werde die Praxis der Eiskernbohrung anhand eigener Erfahrungen im GISP2 Projekt, 1989-1993, auf Grönland und im Taylor Dome Projekt, 1990-1994, in der Ost-Antarktis, beschreiben. Anschließend diskutieren wir die vielfältigen Analysen, die an Eiskernen durchgeführt werden und die Bedeutung ihrer Ergebnisse für unser Klimaverständnis, auch im Vergleich mit den Ergebnissen der neueren Kerne North GRIP und NEEM in Grönland und Dome Fuji, Epica Dome C, Epica Dronning Maud Land, Siple Dome und Waiscore in der Antarktis.