Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Das Gesamtkunstwerk der Barockzeit

Dozent Prof. Dipl.-Ing. Jürgen Christian Otterbein, Kunsthochschulprofessor i. R.
Zeit und Ort Do 16.15 -17.45 Uhr;
Olshausenstr. 75, S2, Raum 210
Beginn 26. Oktober 2017
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 60
Veranstaltungsentgelt 40,- EUR

 

Inhalt:
Nach der überwiegend planimetrischen Auffassung der Renaissance erobert die barocke Baukunst den Raum mit ihren sowohl in der Fassade als auch im Innenraum konvexen und konkaven Formen. Nach dem Manierismus der Endphase der Renaissance fördert die Barockkunst den Illusionismus mit ihrer Trompe-l’oeil-Malerei und erzeugt damit eine Vermischung von Real- und Kunstraum. Die Grenzen der Künste verwischen sich (Architektur, Bildhauerei und Malerei) im Zusammenspiel zum Gesamtkunstwerk. Auch das allegorische Geschehen spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Barock gilt in der Kunstwissenschaft als der letzte der ganzheitlichen europäischen Kunststile bevor die Bezeichnung der Stile mit der Namensendung ‚Ismus‘ beginnt. Es ist die Zeit nach den Entbehrungen des 30-jährigen Krieges, welche von üppiger Lebensfreude geprägt ist, aber auch von einer überzogen anthropomorphen Bedeutung von Herrschern, die im Ausspruch von Ludwig XIV gipfelt: L’etat c’est moi (Der Staat, das bin ich). Der üppige Barock entwickelt sich im Süden, zunächst in Italien (Kirchen und Stadtplanungen), dann in Süddeutschland. Ganz wichtig aber ist auch der französische Barock, wenn er sich auch etwas kühler als in Italien gibt. Hier spielen der Schlossbau und der Adelspalast eine besondere Rolle. Aber auch in Österreich und in weiteren Regionen Deutschlands – wie in Dresden – werden gewaltige Werke barocker Baukunst entwickelt.