Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Multiorganismische Aspekte des Lebens – das Individuum als Metaorganismus

Dozent Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Thomas Bosch
Zeit und Ort Mi 18.15 -19.15 Uhr;
Olshausenstr. 75, Hörsaal H4
Beginn 10. Januar 2018
Termine 10.01.; 17.01.; 24.01.; 31.01.; 07.02.2018
Teilnehmerzahl max. 100
Veranstaltungsentgelt kein

Die Vorlesungsreihe ist ein besonderes Lehrangebot des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ für Hörerinnen und Hörer des Kontaktstudiums.

Inhalt:
Alle lebendigen Organismen – auch der Mensch – können nicht alleine bestehen, sondern sind Holobionten oder Metaorganismen. Unzählige, gutartige Mikroorganismen besiedeln den gesamten Körper, die äußerst wichtige Funktionen übernehmen und ohne die kein Lebewesen existieren kann. In dieser Vorlesungsreihe wird gezeigt, wie die Forschung immer tiefer in das komplexe Zusammenwirken von Mikroben und Wirtskörper eindringt. Es wird dabei deutlich gemacht, wie diese völlig neue Sicht auf den Menschen als Ökosystem nicht nur unser Verständnis von Lebensprozessen revolutioniert, sondern auch ganz neue Ansätze in der Therapie von chronischen Erkrankungen wie z.B. Darmentzündungen oder Krebs liefert. Eine veränderte Lebensweise, die auch unsere „Mitbewohner“ beachtet, erscheint als der neue Schlüssel zu langfristiger Gesundheit.

Vorlesungen

  1.  Worum es geht: Der Körper als Lebensgemeinschaft. Was ist Leben? Zellen sind mehr als nur kleine Turing-Maschinen. Das Biozönose-Konzept.
  2.  Die rätselhafte Zunahme von chronischen Erkrankungen. Eine neue Ära für die Biologie und Medizin: Neue Techniken entdecken den Metaorganismus. Unsere evolutionäre Partnerschaft mit den Mikroben. Das biologische Individuum: Ein Irrtum?
  3. Der Einsatz von einfachen Modellorganismen: Schlüsseltechnologie für ursächliche Erkenntnisse in der Mikrobenforschung. Der Wirt bestimmt, mit welchen Mikroben er langfristig zusammenlebt. Das angeborene Immunsystem: Die Kontrolle des Metaorganismus.
  4. Das Mikrobiom: Ein vergessenes Organ. Das Mikrobiom und Stammzelldifferenzierung: Was haben sie gemeinsam? Der Einfluss der Mikroben: Bestimmen sie, ob wir Krebs bekommen? Ein neues Frontgebiet der Forschung: Die Darm-Mikrobiom-Hirn- Achse.
  5. Umweltsignale: Die Filterung durch das Mikrobiom. Den Weg ebnen für ein gesundes Mikrobiom. Organismen und Mikroben neu denken – Paradigmenwechsel und Perspektiven.