Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Die Reformation und ihre Folgen III – Innerlichkeit gegen Staatskirche, Glaube zwischen Abwehr und Aufbruch

Dozent Volker Maly (Dipl. Päd.; Pastor i. R.)
Zeit und Ort Di 14.15 -15.45 Uhr;  
Leibnizstr. 1, Raum 106b
Beginn 24. Oktober 2017
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl min. 12; max. 25
Veranstaltungsentgelt 35.- EUR

Inhalt:
Nach dem 30jährigen Krieg bleiben die Angehörigen der verschiedenen Konfessionen ziemlich ratlos zurück. Welche Konfession ist die richtige? Durch die staatliche und kirchliche Propaganda, die die „fremden“ Konfessionen abgewertet hat, bleiben tiefe Gräben zwischen den Konfessionen zurück, viele Gläubige wenden sich von den aufgezwungenen Konfessionen ab und es entsteht eine große Gruppe von kirchenfernen Personen. Aus dieser Situation entwickelt sich auf protestantischer Seite der Pietismus, kirchliche Sozialwerke entstehen, die die Folgen der Nachfolgekriege im 18. und 19. Jahrhundert auffangen wollen. Gleichzeitig versucht die Obrigkeit sich der Kirchen für die Bildung des staatstreuen Untertanen zu bedienen und greift in allen Konfessionen in die Arbeit der Kirchen ein. In Preußen gründet der Staat gegen den Widerstand der Kirchen die Staatskirche der Union. Kirchliches Eigentum wird verstaatlicht und es bildet sich ein Geflecht von Abhängigkeiten zwischen Kirche und Staat. Die religionskritischen Ideen der Aufklärung und der französischen Revolution binden die Kirchen noch näher an den Staat, dessen Ideologie sie trotz der Bindung der Kirchen an Bibel und Evangelium übernehmen. Im Wintersemester werden wir diese Entwicklungen untersuchen.