Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Wie „Wirtschaft“ funktioniert – ökonomisches Denken von der Antike bis heute

Dozent Prof. Dr. Klaus-Peter Kruber
Zeit ind Ort Di 16.15 – 17.45 Uhr;
Olshausenstr. 75, Hörsaal 4
Beginn 24. Oktober 2017
Unterrichtsstunden 26
Teilnehmerzahl max. 60
Veranstaltungsentgelt 40,- EUR

Inhalt:
Wie „funktioniert“ Wirtschaft, wie können wir „gute“ wirtschaftliche Ergebnisse erreichen? Fragen, die die Menschen seit altersher bewegen und auf die ökonomische Theorien Antworten finden wollen. Vorgestellt werden ausgewählte ökonomische Denker in ihrer Zeit und mit Blick auf ihre Bedeutung für die Entwicklung ökonomischen Denkens bis heute.

24.10.2017 Wirtschaften und Moral – Antike und Scholastik (Aristoteles, Thomas von Aquin)
Das Verhältnis von Wirtschaft und Moral steht am Anfang ökonomischen Denkens und ist aktuell bis heute.
31.10. Reichtum des Fürsten durch Handel und Gewerbe – Merkantilismus (Thomas Mun, Johann Joachim Becher)
Im Zeitalter des Absolutismus entwickelt sich ökonomischer Imperialismus durch „Handel mit allen Mitteln“.
07. 11. Wohlstand durch Arbeitsteilung und Wettbewerb – klassische Nationalökonomie (Adam Smith)
Arbeitsteiliges Wirtschaften, koordiniert durch Wettbewerb, als Motor für Wohlstand und wirtschaftliche Freiheit.
14.11. Globalisierung durch internationale Arbeitsteilung – Außenwirtschaftstheorien (David Ricardo)
Internationale Arbeitsteilung – eine win-win-Situation – jedenfalls im Prinzip!
28.11. Kapitalismuskritik und sozialistische Ökonomie – Marxismus (Karl Marx)
Marxistische Kritik und der planwirtschaftliche Gegenentwurf zum Kapitalismus.
05.12. Nutzenkalkül und Marktmechanismus – Neoklassik (Heinrich Gossen, Alfred Marshall)
Mikroökonomische Fundierung und Formalisierung der ökonomischen Theorie.
12.12. Rahmenordnung für den Wettbewerb – Ordoliberalismus (Walter Eucken)
„competition needs rules“ – der Staat als „Schiedsrichter“ des Wettbewerbs.
19.12. Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft (Alfred Müller-Armack, Ludwig Erhard)
Freiheit, Effizienz und sozialer Ausgleich – Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und das Problem ihrer Konkretisierung durch Wirtschaftspolitik.
09.01.18 Vollbeschäftigung und Wachstum durch den Staat – Nachfragetheorie (John M. Keynes)
Der Staat wird verantwortlich für Vollbeschäftigung, Wachstum, Geldwert und gerechte Verteilung.
16.1. Freiheit der Märkte – neoliberale Angebotstheorie (Milton Friedman)
Freie Märkte – doch effizienter als staatliche Wirtschaftslenkung?
23.1. „Institutions matter“ – neue politische Ökonomie (Joseph A. Schumpeter)
Wirtschaftspolitisches Handeln im Lichte der ökonomischen Theorie der Politik.
30.1. Umweltschäden und nachhaltiges Wirtschaften – Ökonomik und Ökologie (Ronald Coase, Elinor Ostrom)
Externe Effekte des Wirtschaftens und die Suche nach nachhaltigem Wachstum.
06.02. Exkurs: Ökonomik in Malerei und Texten des 17. und 18. Jahrhunderts

Empfohlene Literatur:
Kruber, Klaus-Peter: Theoriegeschichte der Marktwirtschaft, München/Hamburg 2002;
Kurz, Heinz D. (Hg.): Klassiker des ökonomischen Denkens, 2 Bde. München 2008;
Linß, Vera: Die wichtigsten Wirtschaftsdenker, Wiesbaden 2007;
Pieper, Nikolaus (Hg.): Die großen Ökonomen. Eine Artikelserie der ZEIT, Stuttgart 1994;
Söllner, Fritz: Die Geschichte des ökonomischen Denkens, Berlin/New York, 2.A. 2001;
Corneo, Giacomo: Bessere Welt. Eine Reise durch alternative Wirtschaftssysteme, Berlin 2014.