Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Stefan Zweig – Leben und Werk

Dozent Prof. Dr. phil. et med. habil. Christian Andree
Zeit und Ort Di 10.30 – 12.45 Uhr;
Pharmakologisches Institut - Bibliothek, Hospitalstr.4
Beginn 25. Oktober 2016
Unterrichtsstunden 36
Teilnehmerzahl min. 12; max. 25
Veranstaltungsentgelt 60.- EUR

Inhalt:

Als im brasilianischen Petropolis auf der Flucht vor den Nazis Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau am 22. Februar 1942 Selbstmord verübte, war der am 28. November 1882 in Wien geborene, noch nicht 60-jährige Schriftsteller einer der beliebtesten und erfolgreichsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Seine Bücher wurden in über 50 Sprachen übersetzt, sein Buch „Die Welt von Gestern“ ist vielen Gebildeten heute noch bekannt. Er wird auch heute noch generell gern gelesen. Zweigs humanistische Grundhaltung, seine Beziehungen zu allen bedeutenden Persönlichkeiten seines Zeitalters und seine wichtigsten Werke wollen wir in diesem Semester untersuchen. Zweig entstammte der Schriftsteller-, Musik- und Kunstbewegung des „jungen Wien“, das um 1900 seine Blüte feierte und mit Namen wie Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler in der Literatur, mit Sigmund Freud und seiner Bewegung, mit Gustav Mahler und Gustav Klimt sowie ihren Musik- und Kunstkreisen hier nur angedeutet werden kann und die wir im Zusammenhang, gerade auch in ihrer gegenseitigen Wechselwirkung mit Stefan Zweig im nächsten Semester betrachten wollen. Zu seinen meistgelesenen Werken gehört das kleine Buch „Sternstunden der Menschheit“. Wir werden es genauso kennenlernen wie die Novelle „Brennendes Geheimnis“. In der Reihe „Baumeister der Welt“, von der jeder dreiteilige Band eine „Typologie des Geistes“ entwerfen will, so das Buch „Der Kampf mit dem Dämon“ (1925), das den selbstzerstörerischen Hang bei Friedrich Hölderlin, Heinrich von Kleist und Friedrich Nietzsche veranschaulicht, oder die Trilogie „Drei Dichter ihres Lebens“ (1928), welche die Haltung zur Autobiographie bei Casanova, Stendhal und Leo Tolstoi anhand ihrer seelischen Veranlagungen analysiert, gilt Sigmund Freud der ausführlichste Essay in dem Band „Die Heilung durch den Geist“ (1931), der außerdem über Franz Anton Mesmer und Mary Baker-Eddy handelt.