Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Zum Reformationsjubiläum: Martin Luther und die deutsche Sprachgeschichte

Dozent Prof. Dr. Joachim Reichstein
Zeit und Ort Do 14.15 – 15.00 Uhr;
Olshausenstr. 75, Hörsaal 4
Beginn 27. Oktober 2016
Unterrichtsstunden 12
Teilnehmerzahl min. 20; max. 100
Veranstaltungsentgelt 17,50 EUR
Zusatzentgelt
Für Kopien, Materialien, Medien können nach Absprache weitere Losten entstehen.

Inhalt:

Martin Luther wollte keine neue Kirche gründen. Und dennoch geht die Teilung der Kirche auf ihn zurück. Luther wollte auch keine geeinte deutsche Sprache begründen. Dennoch hat er einen großen Anteil an unserer einheitlichen deutschen Sprachkultur.
Wie groß war Luthers Einfluss auf unsere Sprache? Die Antwort darauf gibt eine Zusammenfassung der sprachgeschichtlichen Forschung der letzten zwei Generationen zum Thema. Luther war eingebunden in die Kursächsische Schreibtradition Wittenbergs. Die hohe Autorität und weite Verbreitung von Luthers Bibelübersetzung, geprägt durch Luthers neue Übersetzungsmaxime und seine Sprachmächtigkeit, wird als wichtiger Steuerungsfaktor in der jüngeren Sprachgeschichte gewertet.
Hinter Luthers Sprachform der Mitte Deutschlands, seiner guten und sprachmächtigen Übersetzung stand die Autorität des Wortes Gottes – in deutscher Sprache. In der Geschichte des Neuhochdeutschen spielte Luthers Sprache eine wichtige Rolle. Neuhochdeutsch sprechen heute katholische und evangelische Christen gleichermaßen.