Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Kommunikation - Workshop I: Theorie und Praxis

Dozentin Hildtraut Bruhns (Diplom-Sozialpädagogin)
Zeit und Ort Di 18.00 - 20.30 Uhr,
Olshausenstr. 75, Gebäude S1, Raum 514
Termine 25. Oktober, 08., 22. November, 06., 20. Dezember 2016, 10., 24. Januar 2017, 07. Februar 2017
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl min. 10; max. 15
Veranstaltungsentgelt 60,- EUR

 

Inhalt:

Die thematische Gestaltung basiert auf den Konzepten der humanistischen Psychologie und der Kommunikationspsychologie. Die humanistische Psychologie orientiert sich an den Bedürfnissen (u. a. Kontakt, Anerkennung, Selbstentfaltung), Werten (u. a. Gleichberechtigung, Toleranz, Fairness) und der Würde des Menschen, um seelische Gesundheit und persönliches Wachstum in der Gemeinschaft zu unterstützen.
Kern aller menschlichen Motivation sind von daher im Wesentlichen gelingende Beziehungen, die den Grundbedürfnissen (Kontakt, Anerkennung usw.) entsprechen und Gedeihräume für seelisches Wachstum, Selbstentfaltung sowie Lebensqualität im Miteinander schaffen. Das Thema „Kommunikation“ hat demnach einen tragenden Stellenwert im zwischenmenschlichen Umgang, denn sie entscheidet darüber, ob Beziehungen überhaupt gelingen.
Gelungene Kommunikation ist also die Essenz für wohltuende Beziehungen.
Die alltägliche Erfahrung zeigt allerdings, dass so manches danebengehen kann, wenn wir miteinander kommunizieren.
So entstehen Störungen, Missverständnisse, Konfusionen auch Tragödien z. B. durch das „falsche Wort“, die individuelle Interpretation, verletzende Verhaltensweisen und andere Umstände, die eine gute Verständigung weniger oder mehr behindern.
Offensichtlich ist also gelungene Kommunikation – so erstrebenswert sie für uns ist - kein leichtes Unternehmen. Kommunikation als wechselseitiger Austauschprozess von Informationen ist ein komplexes Geschehen, denn sie vollzieht sich im Kontakt nicht nur durch die Sprache: auch Mimik, Gestik, Körperhaltung – oftmals nicht bewusste Signale – wirken auf den Verständigungsprozess ein. Außerdem gibt es oftmals wenig Eindeutigkeiten und keine objektive, keine „wirklichkeitstreue“ Wiedergabe des Gesagten. Paul Watzlawick (Kommunikationswissenschaftler) beschreibt, dass jeder Mensch sich praktisch seine Wirklichkeit konstruiert, so gibt es also unterschiedlichste zahl-lose Wirklichkeitsauffassungen.
Angesichts dieser Tatsachen bleibt zu fragen, wie begegnen wir dieser kommunikativen Komplexität, dieser Herausforderung? Wie können wir mit unseren kommunikativen Fähigkeiten, unseren Einsichten, Wertorientierungen und Haltungen dazu beitragen, dass menschliche Begegnung und Verständigung zufriedenstellend gelingt?
Wie können wir einen Konsens erzielen?
Diesen Fragestellungen möchte ich mit Ihnen anhand von relevanten kommunikationspsychologischen Erkenntnissen theoretisch und praxisorientiert nachgehen.

Inhaltliche Schwerpunkte:
Kommunikationsmodelle (P. Watzlawick, Schulz von Thun)
Basiskompetenzen z. B. aktiv zuhören
Wahrnehmung, Wertorientierungen
Die Bedeutung der Beziehungsebene
Empathie
Förderliches, hinderliches Gesprächsverhalten
Gesprächstechniken
Störungen wahrnehmen - klären - zueinander finden
Feedback
Metakommunikation
Methodisch arbeite ich mit dem Handlungskonzept der themenzentrierten Interaktion (R. Cohn).

Literatur:

Friedemann Schulz von Thun, Klarkommen mit sich selbst und anderen, rororo 2007
Paul Watzlawick, Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen, Piper 2008
Pörksen/Schulz von Thun, Kommunikation als Lebenskunst, Carl Auer Verlag 2014