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Aufbauvorlesung zur Geschichte der Neuzeit: Eine Geschichte des Scheiterns? Demokratie und demokratische Bewegung in Deutschland 1789 - 1933

Dozent Prof. Dr. phil. Manfred Hanisch
Zeit und Ort Di 10.15 – 11.45 Uhr; Olshausenstr. 75, Hörsaal 2
Beginn 25. Oktober 2016
Unterrichtsstunden 2 Semesterwochenstunden
Teilnehmerzahl 80 Plätze für das Kontaktstudium
Veranstaltungsentgelt 30.- EUR

 

Änderungen und Ergänzungen unter: Aufbauvorlesung zur Geschichte der Neuzeit: Eine Geschichte des Scheiterns? Demokratie und demokratische Bewegung in Deutschland 1789 - 1933

Teilnahmemöglichkeit für Hörerinnen und Hörer mit Ausweis des Kontaktstudiums an Vorlesungen aus dem Vorlesungsverzeichnis der CAU, die sich in erster Linie an die Fach- studierenden richtet.

Inhalt:

Das Wichtigste an der Überschrift der Vorlesung ist das Fragezeichen: War die Geschichte der Demokratie in Deutschland nur eine Geschichte des Scheiterns? Die Antwort kann man nicht vom Katheder aus geben. Die Vorlesung will nur Hilfen, einen Überblick über die demokratische Bewegung in Deutschland geben, ihre Erfolge und ihre Unterdrückung.
Sie fängt mit der Begeisterung über die Französische Revolution in Teilen der deutschen Gesellschaft an, die dann in der kurzlebigen Mainzer Republik 1793 gipfelte.

Weitere Themen sind:
Die Freiheitsbewegung unter Napoleon und dann die große Enttäuschung: Der Wiener Kongress, Die Karlsbader Beschlüsse 1819, die der Historiker Meinecke in seiner Säkularbetrachtung 1848-1948 als einen der drei Sargnägel der deutschen Demokratie ansieht.
Die beiden anderen: Die gescheiterte Revolution von 1848 und der preußische Verfassungskonflikt 1863.
Das Deutsche Reich 1871 - 1918, das so ambivalent ist. Zwar wurde der Reichstag gerade revolutionär auf der Basis allgemeinen (Männer-)Wahlrechts gewählt. Er hatte aber keinen Einfluss auf die Regierungsbildung.
Die Revolution 1918, welche am Anfang einer Demokratie steht, die aus der Kriegsniederlage geboren wurde, die dann permanent in der Krise stand, bis Hitler sie beendete. Hitler ist weitgehend legal im Rahmen der Weimarer Verfassung an die Macht gelangt. Bedeutungsschwer für alle Zeiten hat sich gezeigt: Eine Demokratie kann sich selbst abschaffen.
Nicht zu vergessen: Deutsche Geschichte ist mitnichten nur preußische Geschichte. Die zum Teil anderen, auch demokratischeren Entwicklungen in den deutschen Einzelstaaten (z. B. süddeutscher Konstitutionalismus im 19.Jahrhundert), sind ebenfalls Gegenstand der Vorlesung.
1945 dann die große Frage, die sich alle - Deutsche wie Alliierte - stellten: Kann Demokratie in Deutschland gelingen? Aber das ist eine der Fragen, welche in der Vorlesung des nächsten Semesters über die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland behandelt wird.
Dass Demokratie in Deutschland gelungen ist, hängt jedoch ganz wesentlich auch damit zusammen: Es gab - trotz 1933 - eine lange Geschichte der demokratischen Bewegung in Deutschland. Sie will die Vorlesung nachzeichnen.