Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Workshop Philosophie – Thomas Hobbes: Leviathan

Dozent Dr. Gottlieb Florschütz
Zeit und Ort Di 18.00 – 19.30 Uhr;
Leibnizstr. 1, R. 106a
Beginn 10. April 2018
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl  max. 30
Veranstaltungsentgelt 40,- EUR

Inhalt:
Thomas Hobbes (1588-1679) und sein Werk stehen für die revolutionäre Neubegründung der politischen Philosophie der Moderne. Vor allem in seinem "Leviathan" setzt der radikale Denker der Tradition des Mittelalters ein radikales Ende. Noch heute, mehr als drei Jahrhunderte später, sind seine Fragen, Problemstellungen und Lösungen die unsrigen. Die von ihm ausgearbeitete individualistische vertragstheoretische Staatsrechtfertigung ist bis heute das vorherrschende legitimationstheoretische Modell in der politischen Philosophie. Die in ihm logisch verknüpften Elemente des Naturzustandes und des Vertrags bestimmen nachhaltig die gegenwärtige rechtfertigungstheoretische Diskussion in der politischen Philosophie, in der Rechts- und Moralphilosophie. Trotz der beinahe dreieinhalb Jahrhunderte, die uns von dem Erscheinungsjahr des Hobbesschen Meisterwerks, des "Leviathan", trennen, ist seine politische Philosophie für unsere eigene politisch- philosophische Selbstverständigung nach wie vor hermeneutisch fruchtbar. Weil Hobbes aufgrund seiner denkerischen Radikalität die soziale, ökonomische und politische Neuartigkeit der Moderne gleich zu Anfang klar erfasst, die ordnungspolitischen und legitimationstheoretischen Implikationen der modernitätsspezifischen Desillusionierung nüchtern entfaltet, sind seine Problemstellungen noch die unsrigen. Und weil seine Lösungskonzeptionen auf die neuartige gesellschaftliche und politische Lage kreativ reagieren, modernitätsadäquat sind und jeden Rückgriff auf traditionelle Ordnungs- und Legitimationsmodele vermeiden, können wir noch heute unsere Lösungsvorschläge mit Hilfe des von Hobbes entwickelten Alphabets buchstabieren.

Literatur:
Wolfgang Kersting: Hobbes zur Einführung
Thomas Hobbes: Leviathan