Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Über das Verstehen und Missverstehen der Bibel

Dozent Prof. Dr. Dr. Klaus Kürzdörfer
Zeit und Ort Mo 16.15 – 17.45 Uhr;
Leibnizstr. 1, Raum 209b
Beginn 09. April 2018
Unterrichtsstunden 24
Teilnehmerzahl max. 25
Veranstaltungsentgelt 40.- EUR

 

Inhalt:
Dass es schwerverständliche bzw. provozierende Bibelstellen gibt, lässt sich kaum leugnen. Die Erklärungen für diese Tatsache sind allerdings sehr widersprüchlich. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hält z. B. den Gott des Alten Testaments für „die unangenehmste Gestalt in der gesamten Literatur“ (Gotteswahn S. 45). Der Theologe Bultmann hielt den Gebrauch der modernen Technik mit dem Glauben an die Wunderwelt des Neuen Testaments für unvereinbar. Und Franz Buggle führt die Hochschätzung der Bibel auf die weitverbreitete Unkenntnis ihres Inhalts zurück. Diese Beispiele bringen nur die eine Seite der Medaille zum Ausdruck Die Kehrseite verfechten die sog. Literalisten, also Buchstabengläubige, die nicht nur die Bibelworte für inspiriert halten, sondern ihre Satzzeichen und Akzente mit einschließen. Die universitäre Bibelauslegung versucht beiden Extremen zu entgehen, indem sie zwischen Geist und Buchstaben bzw. zwischen dem (einst) Gesagten und dem (eventuell noch heute) damit Gemeintem unterscheidet. Dies ist eine keineswegs nur theoretisch bedeutsame Aufgabe. Die Auseinandersetzungen um die Frauenordination, die Homosexualität und neuerdings um die Vaterunserbitte: „Führe uns nicht in Versuchung“ beweisen die Konfliktträchtigkeit mancher Bibelstellen, von den klassischen Anstößigkeiten wie Jungfrauengeburt, Himmelfahrt, Sühnetod und dgl. ganz zu schweigen. Wegen strikter Teilnehmerorientierung werden aber nicht nur traditionelle Verständnisprobleme behandelt, sondern auch aktuelle Erklärungswünsche der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer berücksichtigt. Theologische Vorkenntnisse bilden keine Zulassungsvoraussetzung. Wohl aber sollte eine eigene Bibel zuhanden sein.