Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Workshop Philosophie – Bertrand Russel, Eroberung des Glücks

Dozent                  Dr. Gottlieb Florsctz

Zeit und Ort          Mi 18.00 - 19.30 Uhr, Der Raum wird noch bekannt gegeben.

Beginn                  15. April 2020

Unterrichtsstd.     20

Teilnehmerzahl     max. 30

Veranst.-entgelt     40,- EUR

 

Inhalt: Der Philosoph und Mathematiker Bertrand Russell war wegen Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis; er protestierte lautstark gegen den Vietnamkrieg und wurde wiederum ins Gefängnis eingesperrt - nichtsdestotrotz schrieb er weiter an philosophischen Schriften, die bis heute Weltgeltung beanspruchen können. Weltruhm erlangte Russel mit seinem Engagement gegen den Vietnamkrieg; er war der Initiator jenes Tribunals, das die Amerikaner in den späten sechziger Jahren der Kriegsverbrechen gegen Vietnam für schuldig befand. Berühmt wurde Russel jedoch mit seinen umfassendem Philosophie-geschichtlichen Kompendium "Philosophie des Abendlandes" (1946); und "Analyse des Geistes" (1921) - und vor allem: "Gesunder Menschenverstand und Atomkrieg" (1954), in dem er sich gegen die Atom-Rüstung der USA gegenüber der damaligen Sowjetunion im sog. "Kalten Krieg" aussprach und vor einem kommenden nuklearen Krieg zwischen den Blöcken warnte. Russell war der akademische Lehrer des späteren Sprach-Philosophen Ludwig Wittgenstein, der mit seinem "Tractatus logico-philosophicus" seinem Lehrer Russel den ersten Rang des bedeutendsten Philosophen abgerungen hat. Russells Schrift "Eroberung des Glücks", die wir uns als Textgrundlage für dieses Sommersemester vorgenommen haben, ist eine zwar relativ kleine, aber doch umfassende und grundlegende philosophische Arbeit von Bertrand Russell für die Möglichkeit eines dauerhaften menschlichen Glücks: Russell beschreitet hier erste philosophisch-psychologische Wege zu einer besseren Lebensgestaltung im Sinne eines psychologischen Lebens-Ratgebers: "Ein Buch, in dem ich allgemeine Ratschläge gab, wie der Einzelne Temperament bedingtes Unglück überwinden könne, im Gegensatz zu dem, was durch einen Wandel des sozialen und wirtschaftlichen Systems bewirkt werden kann. Das Buch wurde zu einer Zeit geschrieben, „als ich viel Selbstkontrolle und vieles brauchte, was ich durch schmerzliche Erfahrung gelernt hatte, wenn ich mir ein dauerhaftes Glück bewahren wollte." (Bertrand Russel: Eroberung des Glücks, London 1930, 1977). 
Wir werden Russels Buch als philosophische Leitlinien für die persönliche Lebensgestaltung nutzen und die erstaunliche Aktualität seiner philosophisch-grundlegenden Gedanken über das menschliche Glück diskutieren.
Willkommen sind alle an philosophischer Diskussion Interessierten und alle Glück-und Sinn-Suchenden. Es werden keine philosophischen oder psychologischen Vorkenntnisse vorausgesetzt.