Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Inseln der Erde

Dozenten             Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork

Zeit und Ort          04. bis 08. Mai 2020, 9.00 bis 12.00 Uhr, Bürgerhaus Kronshagen

Unterrichtsstd.     15

Teilnehmerzahl    max. 30

Veranst.-entgelt   Für Hörerinnen und Hörer des Kontaktstudiums entgeltfrei!

 

Inhalt: Inseln sind ganz außergewöhnliche, oftmals überaus empfindliche und damit leicht zu gefährdende Lebensräume. Vor allem abgelegene Inseln bieten ungewöhnliche Lebensbedingungen. Dort konnten in der Abgeschiedenheit unter geringem Konkurrenzdruck Pflanzen- und Tierarten überdauern oder entstehen, die auf dem Festland kaum oder gar keine Überlebenschancen besitzen würden.

Inseln und Inselgeschichten ziehen Menschen wie Magneten an. Inseln sind Erlebnis- und Erholungsräume. Sie sind verbunden mit Geschichten zu Piraten und Schätzen, Verschollenen und Wiedergefundenen, zu Einsamkeit und Tropenparadiesen. Inseln boten früher Ruhe und Erholung, sie reizten zum Entspannen, zum Träumen. Aufgrund ihrer Anziehungskraft sind heute viele Inseln überlaufen, verschmutzt; ihre Ökosysteme sind gefährdet oder gar zerstört. Manchmal genügten kleine, jedoch wirksame Eingriffe, um Inseln dramatisch zu ändern:

Das unbeabsichtigte Hinterlassen von Ziegen im 16. Jh. und das absichtliche Aussetzen von Kaninchen im Jahr 1935 anlässlich der Eröffnung auf der Robinson Crusoe Insel zerstörte großflächig den Pflanzenbestand dieses Eilandes,

Verwilderte Ziegen, Rinder, Esel, Schweine und Hunde nahmen vielen nur auf den Galápagos-Inseln lebenden Tieren ihren Lebensraum,

Ratten fraßen auf Mauritius die Lebensmittelvorräte der niederländischen Bewohner und trugen zur Aufgabe des Handelsstützpunktes bei.

Wetterextreme und der Klimawandel machen sich auf Inseln besonders früh und intensiv bemerkbar.

Die große Empfindlichkeit von Inselökosystemen führt also dazu, dass Einflüsse und Eingriffe des Menschen dort weitaus stärker wirken als auf dem Festland. Viele natürliche Entwicklungen und manche Wirkungen des Menschen, die auf dem Festland verdeckt und unbeachtet ablaufen, sind damit auf Inseln früher und deutlicher erkennbar: Inseln sind ökologische Frühwarnsysteme.

In der Inselwoche stellt Hans-Rudolf Bork jeweils vormittags Inselwunder und -dramen, die Besonderheiten und Empfindlichkeiten von Inseln im historischen Kontext und die Optionen unseres Handelns zur Bewahrung der verbliebenen Einmaligkeit vor.

Neben allgemeinen Grundlagen zum Entstehen und Vergehen von Inseln werden beispielhaft Inseln in der Nordsee (Amrum, Föhr, die Halligen und Spiekeroog), im Indischen Ozean (Mauritius), in Südostasien (Singapur) und im Pazifischen Ozean (Osterinsel, Robinson Crusoe Insel, Galápagos, Palau) behandelt.