Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Geschichte der Rassenhygiene - Medizinisch-naturwissenschaftlich-philosophische Theorien und das Leben der frühen Theoretiker

Dozent

Prof. Dr. phil. et med. habil. Christian Andree

Zeit und Ort

Di 10.30 – 12.45; Pharmakologisches Institut - Bibliothek, Hospitalstr.4

Beginn

14. April 2015  

Unterrichtsstunden

36

Teilnehmerzahl

min. 12; max. 30

Veranstaltungsentgelt

60.- EUR

 

Inhalt:

Schon über hundert Jahre vor den Nazis gab es Vertreter des Rasse-Gedankens, die die Probleme der Menschheit dadurch zu lösen suchten, dass sie völkische, rassistische und antisemitische Gedanken entwickelten.

Meine Vorlesung beabsichtigt nicht, die allbekannten und unbestreitbaren nationalsozialistischen Verbrechen bis in die kleinsten Einzelheiten erneut wieder vorzustellen. Es sollen vielmehr die Wege aufgezeigt werden, die ins „Dritte Reich“ führten und die auch heute noch zum Teil virulent sind.

Im Wintersemester wurden bereits, ausgehend von einigen Theorien, die schon in der Französischen Revolution aufschienen, das Leben und Denken von Gobineau und seinen Zeitgenossen wie Disraeli, Nietzsche, Wagner, de Lagarde, Scheemann und Langbehn behandelt.

Im Sommersemester wird nun (anlässlich des 350-jährigen Jubiläums der Universität) nach den Verstrickungen der Medizinischen Fakultät und anderer in die rassistische Gedankenwelt des Nationalsozialismus sowie weiteren Vertretern dieser Richtung gefragt, zu denen zum Beispiel Kieler Professoren wie Vonkennel oder Catel, aber auch Chamberlain, Ammon, Woltmann, der Theologe Stöcker und mancher andere zählen.

Auch Theodor Fontanes antisemitische Texte kommen noch einmal zur Sprache. Insgesamt wird die Entwicklung des Gedankens von den feindlichen Rassen bis in die Gegenwart verfolgt.

Es wird auch untersucht werden, wie die wenigen mutigen Gegner z. B. antisemitischer Hetze vorgingen und was wir aus deren Taten lernen können.

 

Die Lehrveranstaltung verbindet methodisch eine wissenschaftliche Grundlagenvorlesung mit einem anschließenden Gesprächsangebot des Dozenten, in denen alle Fragen zu der schwierigen Thematik besprochen werden können.

Auch Hörerinnen und Hörer, die die Veranstaltung im letzten Semester nicht besucht haben, können daher problemlos in diesem Semester teilnehmen.