Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Aufbruch in die Moderne: Die deutsche Literatur als Ausdruck und Antwort auf die Kulturkrise des beginnenden 20. Jahrhunderts

Dozent

Dr. Wolfgang Kehn

Zeit und Ort

NEUE UHRZEIT: Mi 12.15 –13.45;
Olshausenstr.75, Gebäude S2, Raum 23

Beginn

23. April 2015

Teilnehmerzahl

min. 15; max. 30

Veranstaltungsentgelt

40,- EUR

Zusatzentgelt

Für Kopien, Materialien oder Medien können in Absprache weitere Kosten entstehen

 

Inhalt:

Die Zeit um 1900 wurde von vielen Zeitgenossen als eine Zeitenwende erlebt, - dies jedoch auf sehr unterschiedliche Weise: einerseits als Aufbruch in ein glückliches Jahrhundert, in dem durch Technik und Wissenschaft Wohlstand und Gesundheit für immer mehr Menschen möglich werden wird; und andererseits als Zeitalter eines sinnentleerten Materialismus, dem Nietzsche die Diagnose gestellt hatte: „Gott ist tot!“ Die Kunst und Literatur reagieren darauf besonders sensibel: Unter dem Eindruck dieser Krise beginnt in Literatur und Kunst das Zeitalter der Moderne.

 

Im letzten Semester hat das Literaturseminar sich auch schon mit dieser Zeit beschäftigt und am Beispiel der Erzählungen Arthur Schnitzlers erkennen können, wie hier mit den Mitteln der Literatur durch die Herausbildung spezifisch moderner Erzählweisen auf eine damals entstehende neue Psychologie (Freud u. a.) kreativ reagiert wird. - Im neuen Semester werden wir uns dem gleichen Zeitraum widmen, jedoch nunmehr unsere Aufmerksamkeit besonders auf die dramatisch sich beschleunigenden sozial- und kulturgeschichtlichen Veränderungen jener Zeit vor dem Ersten Weltkrieg richten. Die Lyrik des Frühexpressionismus wird dazu besonders untersucht werden. Ent­sprechende Texte werden im Seminar zur Verfügung gestellt. Einige Beispieltexte haben die Teilnehmer des Schnitzler-Seminars bereits erhalten; neu hinzukommende Teilnehmer können sie bei mir per Email w.kehn@gmx.de abrufen.

Wie immer wird auch diese Veranstaltung nicht als Vorlesung, sondern in Seminarform angeboten. Da aufgrund dieser Arbeitsweise die Gruppengröße auf maximal 30 Teilnehmer/-innen begrenzt ist, wird bei höherer Zahl von Anmeldungen wieder ein Zusatztermin am Donnerstag, 10 – 12 Uhr, angeboten. Es würde die Planung erleichtern, wenn bei der Anmeldung vermerkt würde, ob Sie gegebenenfalls auch auf den Donnerstag-Termin ausweichen könnten. Die erste Sitzung findet am Mittwoch (23.04.) statt; hier wird endgültig entschieden, ob von der folgenden Woche an auch donnerstags ein Seminar stattfindet.