Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Vorlesung zur Geschichte der Neuzeit: Von der Industriellen Revolution zur Wohlstandsexplosion

Dozent

Prof. Dr. phil. Manfred Hanisch

Zeit und Ort

Di 10.15 – 11.45; Olshausenstr. 75, Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal ( ehemals Hörsaal 3)

Termine

15. April bis 08. Juli 2014

Unterrichtsstunden

2 Semesterwochenstunden

Plätze für das Kontaktstudium

80

Veranstaltungsentgelt

30,- EUR

 

Teilnahmemöglichkeit für Hörerinnen und Hörer mit Ausweis des Kontaktstudiums an einer Vorlesung aus dem Vorlesungsverzeichnis der CAU, die sich in erster Linie an die Fachstudierenden richtet.

 

Inhalt:

Die industrielle Revolution ist nur vergleichbar mit einer einzigen anderen: der neolithischen (Jungsteinzeit!), als die Menschen es aufgegeben haben, immer hinter ihrem Futter herzulaufen und zu Ackerbau und Viehzucht übergingen. Beide Revolutionen haben das Leben der Menschen grundlegend verändert. So ist die Lebenswelt eines altägyptischen Fellachen immer noch näher an der Lebenswelt eines untertänigen Bauern im 18. Jahrhundert, als die Lebenswelt eben dieses Bauern des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu der Lebenswelt eines abhängig Beschäftigten heute. Fragen der Vorlesung: Warum hat sich die industrielle Revolution überhaupt entwickelt (Ende des 18. Jahrhunderts - und dann gerade in England)? Gab es noch andere Epochen, an denen man nahe an einer industriellen Revolution war (von der Antike angefangen, die schon das Prinzip der Dampfkraft kannte und es auch anwandte – zum Öffnen von Tempeltoren!) Wie lange dauerte die industrielle Revolution? Lässt sie sich auf einen engeren Zeitraum fixieren? Wenn überhaupt, dann auf die Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breiten oder dauert sie noch an? Permanente industrielle Revolution bis heute? Von der Textilrevolution des 18. Jahrhunderts über die Computerrevolution zur ? Die gesellschaftlichen, politischen, ökologischen, mentalen Auswirkungen der industriellen Revolution: Annäherung an ein paradiesisches Leben (Tabletts und GPS und garantierte 46qm warm für alle Sozialschwachen dieser Republik) oder (vielleicht besser: oder/und); Krisen und Katastrophen (Tschernobyl) Und dann nach mehr als 100 Jahren Arbeiterelend die Massen-Wohlstandsexplosion der 1960er Jahre. Noch nie lebten so viele Menschen materiell so gut wie in den letzten 50 Jahren. Aber nur bei uns, die wir mit wenigen anderen Nationen auf einer glücklichen Wohlstandsinsel leben auf einem Globus, der immer mehr an die Grenzen des industriellen Wachstums stößt. Und nicht zuletzt die schwierige Frage: Ist der Mensch der Steinzeit immer noch der Mensch heute? Mit dem Unterschied: Statt Faustkeil die Atombombe in den Fingern. Oder die gleiche Frage in Anlehnung an Brecht: Hätte vielleicht Galilei doch besser verbrannt werden müssen?

Auf viele Fragen wird es keine befriedigende Antwort geben. Aber sie sollen wenigstens gestellt werden in der Vorlesung: Von der Industriellen Revolution des 18. Jahrhunderts zur Wohlstandsexplosion der 1960er Jahre.