Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Workshop Film: Die Filme von Robert Redford – Nachbesserungen am amerikanischen Traum

Dozent

Dr. Gottlieb Florschütz

Zeit und Ort

Fr 14.00 – 16.00; Olshausenstr. 75, Gebäude S 2, Raum 24

Termine

25.04., 02.05., 09.05., 16.05., 23.05., 30.05., 06.06., 13.06., 20.06., 27.06., 04.07., 11.07.2014

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl max.

24

Veranstaltungsentgelt

35,- EUR

Zusatzentgelt

Für Kopien, Materialien, Medien oder Labornutzung können nach Absprache weitere Kosten entstehen.

 

Inhalt:

Der inzwischen 77jährige Robert Redford, der in Hamburg lebt, gehört neben Clint Eastwood und Woody Allen zu den ganz wenigen amerikanischen Ausnahme-Stars, die sich auch als Regisseure einen internationalen Namen machen konnten. Redford hat sich als Schauspieler, gefeierter Filmstar (Oscar-Nominierung 2014 für „All is lost“) und ist in den letzten Jahren auch als innovativer Independent-Regisseur des New-Hollywood-Cinema hervorgetreten: Redfords breites filmisches Oevre erstreckt sich von romantischen Liebesschnulzen wie „Jenseits von Afrika“ (mit Meryl Streep), „Barfuß im Park“ (mit Jane Fonda) und „Ein unmoralisches Angebot“ (mit Demi Moore) über amüsantes Hollywood-Unterhaltungskino wie „Der Clou“ (mit Paul Newman) sowie Literaturverfilmungen wie „Der große Gatsby“ bis hin zu ernsthaften Polit-Thrillern wie „Die Unbestechlichen“ (mit Dustin Hoffman), „Die drei Tage des Condor“ (mit Faye Dunaway), „Löwen und Lämmer“ (mit Meryl Streep) und „The Company you keep“, gesellschaftskritische Polit-Thriller, die unverhohlen scharfe Kritik an den Verfehlungen der amerikanischen Politik und deren Bigotterie üben. In seinem kulturkritischen Spät-Western „Der elektrische Reiter“ (mit Jane Fonda) verkörpert Redford einen alternden Rodeo-Star, der plötzlich aus dem inszenierten Show-Zirkus ausbricht und in die Wüste von Arizona reitet, begleitet von einer couragierten Journalistin (Jane Fonda), die ihm bewundernd zur Seite steht. Im Polit-Drama „The way we where“ spielt er einen ignoranten Harvard-Yuppie, der einer jungen Aktivistin (Barbra Streisand) begegnet und sich mit ihr gemeinsam im politischen Kampf gegen ungerechte soziale Verhältnisse in den USA engagiert; ebenso im Revolutionsdrama „Havanna“, in dem er sich in eine kubanische Revolutionären (Lena Olin) verliebt und in den Kampf der Rebellen verstrickt.

In seinem vorletzten Film „The Company you keep“ (USA 2013) reflektiert der Patriot Redford über verlorene Träume einer ehemals rebellischen Aufsteiger-Generation amerikanischer Yuppies, die einst bereit waren, für eine bessere Welt ihr Leben einzusetzen, sich jedoch an die herrschenden Verhältnisse angepasst haben und sich nun wieder auf ihre wahren Werte zurück besinnen. Redfords Filme üben harsche Kritik am American Way of Life und fordern deutliche Nachbesserungen am konsumistischen Pursuit of Happiness, hedonistische Lebensideale und –stile, die wir Europäer weitgehend unreflektiert von den Amerikanern für unsere eigene Lebensgestaltung übernommen haben. Gerade angesichts der jüngsten besorgniserregenden Meta-Abhör-Methoden durch die amerikanischen Geheimdienste, deren Kontrollwahn nun auch unsere wohl gehütete Privatsphäre mehr und mehr zum Opfer fällt, erscheinen Redfords kritische Polit-Thriller wie „Die drei Tage des Condor“ und „Die Unbestechlichen“, die die Watergate-Affäre unter Nixon reflektieren, wiederum brand-aktuell. Wir werden uns Redfords spannendste Filme anschauen und auf sein engagiertes politisches Ansinnen hin auswerten.

 

Referenzfilme (Auswahl):

 

Die drei Tage des Condor (mit Faye Dunaway)

The way we where (mit Barbra Streisand)

Die Unbestechlichen (mit Dustin Hoffman)

Der elektrische Reiter (mit Jane Fonda)

Havanna (mit Lena Olin)

The Company you keep (mit Susan Sarandon)

Jenseits von Afrika (mit Meryl Streep)

Der große Gatsby

Barfuß im Park (mit Jane Fonda)

Der Clou (mit Paul Newman)

Jeremiah Johnson (USA 1973)

Blutige Spur USA 1969)

Zwei Banditen (USA 1972, Butch Cassidy and The Sundance Kid)