Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Kommunikation - Workshop I: Theorie und Praxis

Dozentin

Hildtraut Bruhns (Diplom-Sozialpädagogin)

Zeit und Ort

Di 18.00 - 20.30 Uhr,
Olshausenstr. 75, Gebäude S1, Raum 514

Termine

27. Oktober 2015, 6 Termine, 14-tägig

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl

min. 10; max. 15

Veranstaltungsentgelt

60,- EUR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die thematische Gestaltung basiert auf den Konzepten der humanistischen Psychologie und der Kommunikationspsychologie. Die humanistische Psychologie orientiert sich an den Bedürfnissen (u. a. Kontakt, Anerkennung, Selbstentfaltung), Werten (u. a. Gleichberechtigung, Toleranz, Fairness) und der Würde des Menschen, um seelische Gesundheit und persönliches Wachstum in der Gemeinschaft zu unterstützen.
Kern aller menschlichen Motivation sind von daher im Wesentlichen gelingende Beziehungen, die den Grundbedürfnissen (Kontakt, Anerkennung usw.) entsprechen und Gedeihräume für seelisches Wachstum, Selbstentfaltung sowie Lebensqualität im Miteinander schaffen.
Das Thema „Kommunikation“ hat demnach einen tragenden Stellenwert im zwischenmenschlichen Umgang, denn sie entscheidet darüber, ob Beziehungen überhaupt gelingen.
Gelungene Kommunikation ist also die Essenz für wohltuende Beziehungen.
Die alltägliche Erfahrung zeigt allerdings, dass so manches danebengehen kann, wenn wir miteinander kommunizieren.
So entstehen Störungen, Missverständnisse, Konfusionen auch Tragödien z. B. durch das „falsche Wort“, die individuelle Interpretation, verletzende Verhaltensweisen und andere Umstände, die eine gute Verständigung weniger oder mehr behindern.
Offensichtlich ist also gelungene Kommunikation – so erstrebenswert sie für uns ist - kein leichtes Unternehmen. Kommunikation als wechselseitiger Aus-tauschprozess von Informationen ist ein komplexes Geschehen, denn sie voll-zieht sich im Kontakt nicht nur durch die Sprache: auch Mimik, Gestik, Körperhaltung – oftmals nicht bewusste Signale – wirken auf den Verständigungsprozess ein. Außerdem gibt es oftmals wenig Eindeutigkeiten und keine objektive, keine „wirklichkeitstreue“ Wiedergabe des Gesagten. Paul Watzlawick (Kommunikationswissenschaftler) beschreibt, dass jeder Mensch sich praktisch seine Wirklichkeit konstruiert, so gibt es also unterschiedlichste zahllose Wirklichkeitsauffassungen.
Angesichts dieser Tatsachen bleibt zu fragen, wie begegnen wir dieser kommunikativen Komplexität, dieser Herausforderung?

Wie können wir mit unseren kommunikativen Fähigkeiten, unseren Einsichten, Wertorientierungen und Haltungen dazu beitragen, dass menschliche Begegnung und Verständigung zufriedenstellend gelingt?
Wie können wir einen Konsens erzielen?
Diesen Fragestellungen möchte ich mit Ihnen anhand von relevanten kommunikationspsychologischen Erkenntnissen theoretisch und praxisorientiert nachgehen.

Inhaltliche Schwerpunkte:
- Kommunikationsmodelle (P. Watzlawick, Schulz von Thun)
- Basiskompetenzen z. B. aktiv zuhören
- Wahrnehmung, Wertorientierungen
- Die Bedeutung der Beziehungsebene
- Empathie
- Förderliches, hinderliches Gesprächsverhalten
- Gesprächstechniken
- Störungen wahrnehmen-klären-zueinander finden
- Feedback
- Metakommunikation
Methodisch arbeite ich mit dem Handlungskonzept der themenzentrierten Interaktion (R. Cohn).

Literatur:
Friedemann Schulz von Thun, Klarkommen mit sich selbst und anderen, rororo 2007
Paul Watzlawick, Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen, Piper 2008
Joachim Bauer, Prinzip Menschlichkeit, Huber-Verlag 2006