Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Die Medizin vom Ende der Antike bis zum Beginn der Neuzeit

Dozent

Prof. Dr. Jörn Henning Wolf

Zeit und Ort

Mo 14.30 – 16.00 Uhr;
Pharmakologisches Institut - Bibliothek, Hospitalstr.4

Beginn

26. Oktober 2015

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl

min. 12; max. 24

Veranstaltungsentgelt

40,- EUR

Inhalt:

Das Thema der Vorlesung im kommenden Semester ist zum einen die Übertragung der antiken griechisch-römischen Medizin, besonders der Schriften Galens, in das europäische Mittelalter. Sie erfolgt auf verschiedenen Überlieferungswegen und in unterschiedlichen Sprachen. In der Spätantike und in frühbyzantinischer Zeit wurden die überkommenen Schriften als Quellenwerke benutzt, aus denen medizinische Autoren Exzerpte anfertigten und in ihre eigenen, in griechischer Sprache verfassten Sammelwerke und Handbücher übernahmen (z. B. Oreibasios (4. Jh.) und Aetios v. Amida, (6. Jh.) in Konstantinopel sowie Paulos von Aigina (7. Jh.) in Alexandria. Den Höhepunkt erreichte die Rezeption der Galen-Schriften in der Kultur des arabisch-islamischen Mittelalters durch die Tätigkeit von Übersetzer-Schulen, in denen die griechischen Texte ins Arabische oder Syrisch-Aramäische übertragen wurden. Diese Schriften wurden seit dem 11. Jh. ins Lateinische übersetzt und gelangten so in den abendländisch-lateinischen Westen Europas. Nachdem allmählich auch griechische Textversionen auftauchten, wurden von diesen ebenfalls lateinische Übersetzungen angefertigt. Zum anderen soll die Heilkunde des christlich-abendländischen Mittelalters mit den Ausprägungen der sog. Klostermedizin und der Entstehung des Hospitals als Vorläufereinrichtung des Krankenhauses dargestellt werden – bis hin zur Periode der Medizin am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit mit prägenden Gestalten wie z. B. Paracelsus.