Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

EVOLUTION

Dozenten

Dr. Wolfgang Dreyer, ehem. Direktor des Zoologischen Museums
Dr. Martin Nickol, Kustos Botanischer Garten
Dr. Karen von Juterzenka, Biologische Meeresforschung

Zeit und Ort

Di 18.15 - 20.30 Uhr; Zoologisches Museum u. a. Orte

Beginn

27. Oktober 2015

Unterrichtsstunden

24

Teilnehmerzahl

min.10, max. 15

Veranstaltungsentgelt

60.- EUR

Inhalt:
„Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn außer im Licht der Evolution.“
(Theodosius Dobzhansky, ukrainischer- amerikanischer Evolutionsbiologe, 1900-1975)
Unter diesem Motto wollen wir einige Themen der Zoologie und Botanik untersuchen. Als Lehrobjekte dienen Unikate des Zoologischen Museums, Ausstellungen und Pflanzen des Botanischen Gartens. Gerade wissenschaftliche Sammlungen erlauben das anschauliche Lernen aus dem Vergleich der Vielfalt.

1. Termin: 27.10.2015 Where Biology takes Form
An der Kieler Universität nahm die Biologie Form an. Hier entstanden die Meereswissenschaften, die Anfänge der Ökologie und wichtige Expeditionen wagten sich in absolutes wissenschaftliches Neuland vor. Noch heute werden hier in der Meeresforschung Maßstäbe gesetzt. Wie ist diese Wissenschaft historisch entstanden? Und welche meereswissenschaftliche Forschung steht heute im Focus?

Dr. Wolfgang Dreyer, Ort: Zoologisches Museum, Hegewischstrasse 3

2. Termin: 17.11.2015 Lebende Fossilien“ im Meer
Unter den Meeresbewohnern sind auch sogenannte „lebende Fossilien“ zu finden. Dazu zählen zum Beispiel Quastenflosser, die Seelilien in der Tiefsee und Pfeilschwanzkrebse im tropischen Flachwasser. Diese Organismen sind nicht nur evolutionsbiologisch, sondern auch für verschiedene Aspekte der modernen Forschung interessant. Wir stellen die Frage: Wie „fossil“ sind sie wirklich?

Dr. Karen von Juterzenka; Ort: Zoologisches Museum oder GEOMAR

3. Termin: 24.11.2015 Evolution im Pflanzenreich

In der Entwicklung der Pflanzen von der Grünalge bis zum Mammutbaum und den Blütenpflanzen gab es Schlüsselereignisse, die zu einer enormen Ausweitung der Artenfülle führten. Dem gegenüber stehen Aussterbeereignisse, die ganze Linien löschten oder nur wenige bis heute existierende Pflanzenarten übrig ließen. Was waren die wichtigen evolutiven Schritte? Zu welchen Aussagen über den Stammbaum der Pflanzen befähigen uns Paläobotanik und Mo-lekularbiologie derzeit? Wie sehen die letzten Überlebenden im Pflanzenreich aus?

Dr. Martin Nickol, Ort: Botanischer Garten, Am Botanischen Garten 1-9

4. Termin: 01.12.2015 Die Evolution der Wale

Vor rund 55 Millionen Jahren gingen viele Landtiere wieder ins Wasser. Schlüssel für die Anpassung perfekter Landtiere an den ungewöhnlichen Lebensraum sind oft nur wenige evolutive Schritte von großer Wirkung. So entwickelten sich die größten Säugetiere der Erde aus hundegroßen Pflanzenfressern zu riesigen Meerestieren.br> Wie können solche Umwandlungen geschehen?
Wir zeichnen die Entwicklungswege der Walevolution nach.

Dr. Wolfgang Dreyer Ort: Zoologisches Museum, Hegewischstrasse 3

5. Termin: 15.12.2015 Evolution in der Meeresforschung

Dieser Titel ist durchaus zweideutig zu verstehen. Die Weiterentwicklung von Forschungsmethoden und ein erweitertes Verständnis evolutiver, ökologischer und ozeanografischer Prozesse hat zu einer Evolution in der Forschung und neuen Arbeitsrichtungen geführt. Welche Schwerpunkte werden in der modernen Meeresforschung gelegt? Heute geht es um aktuelle Beispiele.

Dr. Karen von Juterzenka; Ort: Zoologisches Museum

6 Termin: 12.01.2016. Die Tiefsee-Leben unter schwersten Bedingungen

Von Kiel aus startete 1898 die erste deutsche Tiefsee-Expedition. Gibt es in der Tiefsee unter den lebensfeindlichen Bedingungen überhaupt Leben, war die Frage? Viele der zahlreich gefundenen Tiere aus mehr als 6000 Metern Tiefe werden im Zoologischen Museum Kiel aufbewahrt und zeigen völlig unbekannte Lebensformen. Wir erleben unter vielen anderen einen Riesenkalmar, Schokoladenhai und den Knochenfresser Osedax samt ihrer erstaunlichen Anpassungen an Kälte, Dunkelheit und Druck.

Dr. Wolfgang Dreyer Ort: Zoologisches Museum, Hegewischstrasse 3

7. Termin: 26.01.2016 Blüten und ihre Besucher

Als einer der Hauptgründe für den enormen evolutiven Erfolg der Blütenpflanzen gilt ihre Wechselbeziehung zu den Bestäubern. Wie mag das evolutive Szenario ausgesehen haben, unter denen diese Interaktionen entstanden? Welche Tiergruppen waren und sind beteiligt? Gibt es erkennbare "Tricks", mit denen Pflanzen Tiere anlocken, abwehren, steuern?
Und welche klugen Experimente und exakten Beobachtungen stellte Charles Darwin mit bewundernswerter Ausdauer zu den faszinierenden Aspekten der Blütenbiologie an?

Dr. Martin Nickol, Ort: Ort: Botanischer Garten, Am Botanischen Garten 1

8. Termin: 09.02.2016. Die Vielfalt der Insekten und ihr evolutives Geheimnis

Rund 70 % aller Organismenarten auf der Erde sind Insekten. Keine andere Tierordnung hat es zu so einer Artenfülle gebracht. Wie war das möglich? Die Radiation der Arten beruht auf kleinen und sehr wirksamen Veränderungen der Mundwerkzeuge. Damit erreichen Insekten fast ungeahnte Möglichkeiten. Man kann mit den speziellen Formen stechen saugen, schneiden, quetschen, bohren, drehen, kleben oder formen.
An Hand der großen Insektensammlungen schauen wir den unterschiedlichsten Insekten aus Maul. Mit dem Binokular sind die Abwandlungen sehr einleuchtend zu sehen.

Dr. Wolfgang Dreyer Ort: Zoologisches Museum, Hegewischstrasse 3