Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Aufbauvorlesung zur Geschichte der Neuzeit: Europäische Geschichte II

Dozent Prof. Dr. phil. Manfred Hanisch
Zeit und Ort Mi 16.15 - 17.45 Uhr,
Christian-Albrechts-Platz 3, Hörsaal 3
Beginn 10. April 2019
Unterrichtsstunden 2 Std. pro Semesterwoche
Teilnehmerzahl 150
Veranstaltungsentgelt 30,- EUR

Inhalt:
Gibt es sie überhaupt: Die „Europäische Geschichte“? Eine „Europäische Geschichte“, die mehr ist als die Summe der Geschichte der Nationalstaaten? Diese Frage wird in Politik und in der Forschung sehr kontrovers diskutiert (übrigens auch bei den Diskussionen um ein europäisches Schulgeschichtsbuch. Welche Geschichte soll ein Lehrer lehren?) Hier nur erste Hinweise: Von den großen Bewegungen in Politik und Gesellschaft (Liberalismus, Sozialismus, Faschismus, Demokratie), in Geistes- und Alltagsgeschichte (Pop und Beethoven, Barockkleider und Jeans) sind alle Staaten Europas mehr oder weniger betroffen: Dies gilt gleichermaßen schon für das Zeitalter der Glaubenskämpfe, das es überall in Europa gab (mehr oder weniger) wie für aktuellste Entwicklungen: zeitgleicher Aufstieg des Populismus in vielen Staaten Europas heute (mehr oder weniger). Bilden die Staaten Europas womöglich nur ein System kommunizierender Röhren, die in der Tiefe miteinander verbunden sind? (Ich neige eher dazu.) Und wenn, was sind dann die Tiefenstrukturen Europas? Oder sind die nationalen Sonderentwicklungen so prägend, dass man doch nicht von einer „Europäischen Geschichte“ 16 sprechen kann und besser daran tut, die Geschichte Europas wie eh und je als Geschichte der Nationalstaaten zu definieren? Die Vorlesung ist ein Gang durch die Europäische Geschichte bzw. Geschichte Europas der letzten 500 Jahre. Sie hat dabei stets die Tiefenstrukturen Europas von 1500 bis in die Gegenwart im Blick – in all ihrer Umstrittenheit. Es geht um die geschichtlich gewordene, so schwierige Identität Europas. Die Vorlesung – will sie nicht unbedarft sein – berührt notwendig auch Fragen der Geschichtsphilosophie und der Geschichtsideologiebildung. Im vergangenen Semester wurden vor allem die Grundlagen der gemeinsamen europäischen Geschichte in der Frühen Neuzeit behandelt, die bis heute prägend sind. Im Sommersemester 2019 geht es um die gemeinsame europäische Geschichte seit der Französischen Revolution.
Der Besuch dieses Teils der Vorlesung setzt nicht die Kenntnisse des ersten Teils voraus.