Geschäftsstelle Allgemeine Wissenschaftliche Bildungsangebote

Neuer Umgang mit psychischen Erkrankungen – ausgewählte Aspekte der Reform der Psychiatrie seit 1975

Dozent Fritz Bremer
Zeit ind Ort Di 16.15 - 17.45 Uhr,
Olshausenstr. 75, Geb. S2, Raum 167
Beginn 16. April 2019
Unterrichtsstunden 12
Termine 16. April, 23. April, 7. Mai, 14. Mai, 21. Mai und 28. Mai
Teilnehmerzahl max. 12
Veranstaltungsentgelt 25,- EUR
Inhalt:
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, nach der Novemberrevolution gab es in Deutschland erste Ansätze zu einer Reform der psychiatrischen Versorgung. Was wurde aus der Reformpraxis dann nach 1933, insbesondere nach 1938? Steht der grausige Feldzug gegen psychisch erkrankte und geistig behinderte und andere „abweichende“ Menschen in einer sozialgeschichtlichen Kontinuität?
Die 50er Jahre – Zeit des Wegschauens und der Restauration? Was geschah sozial- und gesellschaftspolitisch in den 60er und 70er Jahren? Warum nun ein so ausgeprägtes Interesse an der Lebenslage psychisch erkrankter und geistig und körperlich behinderter Menschen? Das Thema erschien im Stern, im Spiegel, in der Zeit, die Bücher von Ernst Klee erregten Aufsehen, auch die von F. Basaglia, R.D. Laing, D. Cooper u.a., das Anstaltswesen wurde kritisiert, die Politik nahm das Thema auf. Der Impuls zur Reform der Psychiatrie wurde zu einem der wichtigsten sozialpolitischen Projekte der ersten sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt. Die Psychiatriekritik und sozialpsychiatrische Reformansätze waren ein zentrales Anliegen vieler junger Menschen, die in dieser Zeit den Weg in soziale Arbeitsfelder fanden. Wie hat all das die Psychiatrische Arbeit von heute, das Versorgungssystem und vor allem das Bild von psychischer Erkrankung und psychisch erkrankten Menschen verändert? Sehr gerne können wir das Thema auch bis in unsere heutige Situation hinein vertiefen und aktuelle sozialpolitische Fragen diskutieren.